Corona-Fixkostenzuschuss beantragen!

Fixkosten (Energie, Miete, etc.) - Zuschüsse des Corona-Hilfsfonds beantragen

Unternehmen, die aufgrund der Covid-19-Einschränkungen im Zeitraum vom 16.3.2020 bis 15.9.2020 Umsatzausfälle von zumindest 40 % erleiden, können einen Antrag auf einen Fixkostenzuschuss stellen. Dies gilt für alle Unternehmensgrößen und Unternehmen nahezu aller Branchen, außer beispielsweise Vermietungen.

Der maximale Zuschuss beträgt 75 % der Fixkosten (höchstens € 90 Mio.) bei einem Umsatzausfall von 80 bis 100 %. Er kann für bis zu 3 zusammenhängende Monate geltend gemacht werden. Die Antragsfrist läuft bis zum 31.8.2021.

Fixkostenzuschüsse dürfen nur Unternehmen gewährt werden, die alle nachstehenden Voraussetzungen erfüllen:

  1. Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich
  2. operative Tätigkeit in Österreich
  3. das Unternehmen darf in den letzten drei veranlagten Jahren nicht vom Abzugsverbot (Zins- oder Lizenzzahlungen an niedrig besteuerte ausländische Konzerngesellschaften – „aggressive Steuerplanung“) betroffen gewesen sein
  4. über das Unternehmen darf in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung keine rechtskräftige Finanzstrafe (ausgenommen Finanzordnungswidrigkeit) oder entsprechende Verbandsgeldbuße aufgrund von Vorsatz verhängt worden sein
  5. das Unternehmen muss gesund sein und
  6. hat zumutbare Maßnahmen gesetzt, um die durch den Fixkostenzuschuss zu deckenden Fixkosten zu reduzieren.

Was zählt zu den Fixkosten?

Unter Fixkosten werden Aufwendungen verstanden, die im jeweiligen Betrachtungszeitraum entstehen. Sie umfassen unter anderem Geschäftsraummieten und Pacht, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen, betriebliche Versicherungsprämien, Finanzierungskostenanteil der Leasingraten, Aufwendungen für Strom, Gas und Telekommunikation, Wertverlust bei verderblicher oder saisonaler Ware, sofern diese aufgrund der COVID-19-Krise mindestens 50% des Wertes verlieren und einen angemessenen Unternehmerlohn bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmende) in Höhe von € 666,67 bis max. € 2.666,67 pro Monat (Nebeneinkünfte, wie Einkünfte aus unselbständiger Arbeit, Vermietung und Verpachtung, Kapitaleinkünfte und sonstige Einkünfte sind hierbei abzuziehen).

Höhe Fixkostenzuschuss

Der Fixkostenzuschuss ist abhängig vom jeweiligen Umsatzausfall wie folgt gestaffelt:

  • 25% bei einem Umsatzausfall von 40 bis 60% (max. € 30 Mio.)
  • 50% bei einem Umsatzausfall von über 60 bis 80% (max. € 60 Mio.)
  • 75% bei einem Umsatzausfall von über 80 bis 100% (max. € 90 Mio.)

Der Fixkostenzuschuss wird nur dann gewährt, wenn er insgesamt mindestens € 500 beträgt.

Betrachtungszeiträume

Der Zuschuss kann nach derzeitiger Rechtslage maximal für bis zu drei zusammenhängende Betrachtungszeiträume im Zeitraum 16. März bis 15. September 2020 beantragt werden und wird in ein, zwei oder drei Tranchen ausbezahlt.

Non-Profit-Organisationen und Neugründer

Es gibt diverse Unternehmensformen und Branchen (z.B. Non-Profit-Organisationen, Unternehmen von Gebietskörperschaften, neu gegründete Unternehmen, die vor dem 16. März 2020 noch keine Umsätze erzielt haben), die keinen Fixkostenzuschuss beantragen können.

Auswirkung anderer Förderungen

Der Fixkostenzuschuss ist um Zuwendungen von Gebietskörperschaften (Bund, Land, Gemeinde) zu vermindern, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Krise und dem damit zusammenhängenden wirtschaftlichen Schaden geleistet werden sowie um Entschädigungen nach dem Epidemiegesetz. Zahlungen im Zusammenhang mit Kurzarbeit und aus dem Härtefallfonds vermindern den Fixkostenzuschuss nicht.

Antragstellung

Sofern der Gesamtzuschuss €12.000 nicht übersteigt kann die erste Tranche von Ihnen selbst beantragt werden. Bitte beachten Sie, dass der einmal gewählte Betrachtungszeitraum nach derzeitiger Rechtslage später nicht mehr abgeändert oder erweitert werden kann!

Die weiteren Anträge (frühestens ab 19. August 2020) sind zwingend durch Ihre steuerliche Vertretung zu stellen.

 

Selbstverständlich unterstützen wir Sie gerne bei der Wahl des optimalen Betrachtungszeitraumes und der Beantragung des Fixkostenzuschusses!

Ihr Team der Grazer Treuhand

Verlängerung der Kurzarbeit

Verlängerung der Corona Kurzarbeit - über das eAMS Konto

Die Beantragung von COVID-19-Maßnahmen (z.B. Fixkostenzuschuss, Kurzarbeit) waren für die Unternehmer mit einem teilweise enormen Verwaltungsaufwand verbunden. Während die meisten Anträge nun gestellt und teilweise genehmigt sind, gilt es weiterhin, auf Neuerungen zu reagieren.

Die neue Sozialpartnervereinbarung

Eine Beantragung der COVID-19-Kurzarbeit konnte ursprünglich ab März 2020 vorerst für drei Monate befristet beantragt werden. Aufgrund der Verlängerungen der Kurzarbeit wurde die bestehende Sozialpartnervereinbarung (nun Formularversion 7.0) überarbeitet.

Die neue Sozialpartnervereinbarung (Formularversion 7.0) gilt

  • für Erstanträge mit Beginn der Kurzarbeit ab 1.6. (oder später) sowie
  • für alle Verlängerungsanträge mit Fortsetzung der Kurzarbeit ab 1.6. (oder später) ab dem 4. Kurzarbeitsmonat.


Eckpunkte der neuen Sozialpartnervereinbarung

Vergütung

Die Nettoersatzrate bleibt bei 80/85/90%. Wenn in einem Monat mehr geleistet wird, als es diesem Nettoeinkommen entspricht, steht ein entsprechend höherer Lohn zu. Eine Durchrechnung ist nicht mehr vorzunehmen.

Beispiel:

Arbeitszeit

  • Sie muss weiterhin zwischen 10 und 90% der Arbeitszeit vor Kurzarbeit liegen, kann aber auch einige Wochen ganz entfallen.
  • Der Arbeitgeber erhält die Möglichkeit, die Arbeitszeit einseitig über das verkürzte Ausmaß hinaus zu erhöhen, wenn keine berücksichtigungswürdigen Interessen des Arbeitnehmers entgegenstehen.
  • Dem Mitarbeiter sind die Lage und Dauer der Arbeitszeit drei Tage im Vorhinein mitzuteilen.
  • Die neue Arbeitszeit muss in der vor der Kurzarbeit vereinbarten Lage der Normalarbeitszeit liegen.
  • Unternehmen müssen künftig nicht mehr die Sozialpartner von Arbeitszeitänderungen verständigen – siehe unten bei „Vorgehen Verlängerung“

Beschäftigtenstand

Wie bisher, müssen Unternehmen während Kurzarbeit grundsätzlich den Beschäftigtenstand halten und dürfen Mitarbeiter nicht kündigen. Die neue Vereinbarung klärt und lockert diese Pflichten – so entfällt mit Zustimmung des Betriebsrates (bei Betriebsvereinbarung) bzw. der Gewerkschaft (bei Einzelvereinbarung) oder des AMS-Regionalbeirats die Behaltepflicht nach Kurzarbeit. Keine Auffüllpflicht besteht bei Beendigungen in der Probezeit oder aufgrund Pensionsantritt.

Erstanträge und Verlängerung

Erstanträge auf Kurzarbeit können ab 1.6.2020 nicht mehr rückwirkend gestellt werden. Neue Kurzarbeitsbegehren sind ab sofort immer vor Beginn des Kurzarbeitszeitraums zu stellen. Verlängerungsbegehren können im Laufe des Junis weiterhin rückwirkend gestellt werden, ab 1.7.2020 spätestens drei Wochen nach dem geplanten Beginn der Verlängerung. Bei Verlängerungen dürfen die beiden Kurzarbeitszeiträume maximal 4 Kalendertage auseinanderliegen.

Um die Kurzarbeit zu verlängern, ist wie folgt vorzugehen

  • Bei Unternehmen mit Betriebsrat ist die „Sozialpartnervereinbarung–Betriebsvereinbarung“ zu unterzeichnen. Bei Fehlen eines Betriebsrates ist vom Arbeitgeber und allen betroffenen Arbeitnehmern die „Sozialpartnervereinbarung – Einzelvereinbarung“ bzw. der „COVID-19- Kurzarbeits-Dienstzettel“ zu unterzeichnen.
  • Eine Verlängerung der Kurzarbeit hat über das e-AMS-Konto zu erfolgen. Das Verlängerungsbegehren der Kurzarbeit inklusive der neuen Sozialpartnervereinbarung (Formularversion 7.0) ist über das e-AMS Konto einzubringen. Eine zusätzliche Übermittlung an die Sozialpartner zur Einholung der Zustimmung ist nicht mehr notwendig. Die Wirtschaftskammer stimmt den Vereinbarungen pauschal zu.

 

Gerne unterstützen wir Sie gerne bei der Verlängerung der Kurzarbeit.

Ihr Team der Grazer Treuhand

COVID 19 – Angekündigte und geplante Entlastungsmaßnahmen

COVID-19: Geplante und angekündigte Entlastungsmaßnahmen

Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der COVID-19-Krise sind enorm. Im Zuge der Regierungsklausur am 15. und 16. Juni wurden weitere Maßnahmen angekündigt. Die Bundesregierung plant weitreichende Entlastungs- und Investitionsmaßnahmen, um den Folgen entgegenzuwirken. Diese wurden nun präsentiert und sollen demnächst im Parlament beschlossen werden.

Zur Unterstützung besonders betroffener Unternehmen

Gewinn-/Verlustverteilung

  • Zeitlich befristete Möglichkeit eines Verlustrücktrags, das bedeutet einen einmaligen Rücktrag von Verlusten aus 2020 in das Jahr 2019 und unter gewissen Voraussetzungen in das Jahr 2018.

Fixkostenzuschuss

  • Verlängerung um 6 Monate sowie Anpassung der Umsatzgrenzen.

Senkung der Umsatzsteuer für Gastronomie und Kultur

  • Zusätzlich zum „Wirtshauspaket“ – ermäßigter Umsatzsteuersatz von 5 % auf Speisen und Getränke in der Gastronomie sowie für Umsätze im Bereich Kunst, Kultur und im publizistischen Bereich.

Kreditmoratorium

  • Für besonders betroffene Branchen wie Gastronomie, Tourismus und Reiseveranstalter werden Erleichterungen mittels eines Kreditmoratoriums ermöglicht. Der Staat übernimmt temporär Kreditrückzahlungen, bis die Raten zu einem späteren Zeitpunkt beglichen werden können.

Verlängerung der Steuerstundungen bis zum 15.1.2021.

Zur Förderung von Investitionen

Investitionsprämie

  • Für abnutzbare Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens der Land- und Forstwirte, Freiberufler und Gewerbetreibenden, die zwischen 1.9.2020 – 28.2.2021 angeschafft werden, kann eine Investitionsprämie in der Höhe von 7 % beantragt werden – ausgenommen sind klimaschädliche Investitionen und Investitionen die auch sonst üblicherweise von Begünstigungen ausgeschlossen sind, wie z.B. Gebäude, PKW und Kombi, Geringwertige Wirtschaftsgüter (die voll abgeschrieben werden), gebrauchte Wirtschaftsgüter, …
  • Für Güter im Zusammenhang mit Digitalisierung, Ökologisierung, Gesundheit/Life Science gilt ein Prämiensatz in der Höhe von 14 %.

Degressive Abschreibung

  • Investitionen können ab 1.7.2020 bereits im ersten Jahr in der Höhe von 30 % abgeschrieben werden.
  • Sonderregeln sollen für Gebäude gelten, die ab 1.7.2020 erworben oder errichtet werden: Sowohl für Betriebsgebäude als auch für private Mietobjekte ist eine dreifache Abschreibung im ersten und doppelte Abschreibung im zweiten Jahr vorgesehen. Die Regelung der „Halbjahres-AfA“ für Anschaffungen in der zweiten Jahreshälfte wird außer Kraft gesetzt.

Stärkung Eigenkapital („Eigenkapitalfonds“)

  • Ein Konzept für die Erhöhung der Eigenkapitalquote für KMUs ist für die nächsten Wochen angekündigt.

Zusätzliche Investitionen:

  • Sanierungsoffensive für Gebäude: Steuerliche Anreize/Förderung für Investitionen in thermisch-energetische Sanierung, Heizkesseltausch für Gewerbliche und Private, Abbau rechtlicher Barrieren im Wohn- und Mietrecht.
  • Ausbau erneuerbare Energie/“Eine-Million-Dächer“-Programm: Ausbau solarthermischer Anlagen, Energie-Gemeinschaftsanlagen, Ausbau und Dekarbonisierung Nah- und Fernwärme, Förderung von Kleinanlagen.
  • „Investitionsprogramm Bundesgebäude“: Investitionen in Infrastruktur der bestehenden Gebäude sowie Entwicklung neuer moderner und umweltschonender Gebäude.
  • Investitionen in klimafreundliche Innovationen & Industrien: Aufstockung von Investitionsprogrammen mit positivem Effekt auf Umwelt und Klima sowie von Beteiligungen an europäischen Forschungsinitiativen wie Call Vorzeige Region Energie, IPCEI Batterien, IPCEI Wasserstoff.
  • Anreiz für Reparaturleistungen: Senkung der Umsatzsteuer für Reparaturleistungen auf 13 %.
  • Breitbandausbau: zweite Breitbandmilliarde zur Förderung der digitalen Infrastruktur.

Gründerpaket/Deregulierungspaket

  • Neue Gesellschaftsform „Austrian Limited“: Mit unbürokratischer Gründung, niedrigem Gründungskapital sowie der Einführung von Englisch für wichtige Amtswege.
  • Stärkung der Wachstumsfinanzierung: Verlustverrechnungsmöglichkeit und steuerliche Absetzbarkeit von Wachstumsfinanzierung.
  • Deregulierungsmaßnahmen: Mitarbeiterbeteiligung, Once-Only und Umsetzung der Grace-Period.

„Masterplan Digitalisierung und Bildung“

  • 8-Punkte Plan: Portal Digitale Schule, Vereinheitlichung bestehender Plattformen, Lehrendenfortbildung, Eduthek (Ausrichtung nach Lehrplänen), Gütesiegel Lern-Apps, Ausbau schulischer Basis IT-Infrastruktur, digitale Endgeräte für Schüler und Lehrer.

Zur weiteren Entlastung

Senkung der ersten Tarifstufe bei Lohn- und Einkommensteuer von 25% auf 20%

  • Rückwirkend mit 1.1.2020 mit Rückerstattung für bereits versteuerte Gehälter spätestens im September.

Verlängerung des 55%igen Steuersatzes

  • Der ab € 1 Mio. anzuwendende Einkommensteuer-Höchstsatz ´wird bis 2025 verlängert.

Erhöhung SV-Rückerstattung (Negativsteuer)

  • Rückwirkend mit 1.1.2020, Erhöhung auf bis zu € 100.

Arbeitslosenunterstützung und Kinderbonus

  • Einmalig (im September 2020) zusätzlich € 450 zum Arbeitslosengeld.
  • Pro Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, gibt es einen Bonus von € 360.

 

Wir halten Sie weiterhin auf dem Laufenden!

Ihr Team der Grazer Treuhand

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) gewährt weitere Zahlungserleichterungen

Zahlungserleichterungen / Stundungen /Ratenansuchen - ÖGK Österreichische Gesundheitskasse im Zusammenhang mit Covid-19

Der Nationalrat hatte für Unternehmen mit coronabedingten Zahlungsschwierigkeiten eine Stundung der Beiträge sowie Ratenzahlungen vorgesehen. Aufgrund der Nichtbehandlung im Bundesrat kann das Gesetz jedoch erst Ende Juli veröffentlicht werden und wird dann rückwirkend mit 1. Juni 2020 in Kraft treten. Eine Verordnung des Ministeriums für Soziales und Gesundheit sichert nun das Stundungspaket des Nationalrates ab.

Beitragszeiträume Februar, März, April 2020

Bereits gestundete Beiträge für die Zeiträume Februar, März und April 2020 können bis spätestens 15. Jänner 2021 an die ÖGK bezahlt werden. Verzugszinsen fallen weiterhin nicht an. Ein gesonderter Antrag durch den Dienstgeber ist in diesem Zusammenhang nicht notwendig.

Können die Beiträge für diese Beitragszeiträume bis zum 15. Jänner 2021 teilweise oder sogar zur Gänze nicht entrichtet werden, kann eine Ratenzahlung in elf gleichen Teilen beantragt werden. Verzugszinsen fallen während der Ratenzahlung ebenfalls keine an. Der diesbezügliche Antrag kann erst ab Jänner 2021 gestellt werden. Die coronabedingten Liquiditätsprobleme sind jedenfalls glaubhaft zu machen.

Beitragszeiträume Mai bis Dezember 2020

Für Beitragszeiträume Mai bis Dezember sieht das Gesetz bei coronabedingten Zahlungsschwierigkeiten die Möglichkeit von Stundungen für maximal 3 Monate und Ratenzahlungen bis längstens Dezember 2021 vor. Dabei fallen jedoch Verzugszinsen an. Anträge für die Monate Mai bis Juli können frühestens ab der Veröffentlichung des Gesetzes gestellt werden. Die coronabedingten Zahlungsschwierigkeiten sind glaubhaft zu machen. Dazu wird die ÖGK ein entsprechendes Formular auf ihrer Homepage bzw im WEBEKU zur Verfügung stellen. Vorher eingebrachte Anträge können nicht bearbeitet werden. Wir ersuchen Sie daher, derzeit keine Anträge zu stellen.

Die coronabedingte Stundung der Beiträge bis 31. August 2020 erfolgt durch die Aussetzung der Einbringungsmaßnahmen quasi automatisch. Für die Ratenvereinbarungen ist zu beachten, dass die Bearbeitung eines Ratenansuchens ohne erstattete monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM) nicht möglich ist.


Wichtige Ausnahmen vom Stundungspaket

Ausgenommen von den vorstehenden Regelungen für die Beitragszeiträume Februar bis Juli 2020 sind jene Beiträge, für die der Dienstgeber einen Anspruch auf eine Unterstützungsleistung von Seiten des Bundes oder des AMS (z. B. Kurzarbeitsbeihilfe) hat. Diese Beiträge sind verzugszinsenfrei bis zum 15. des auf die Beihilfen-, Erstattungs- oder Vergütungszahlung zweitfolgenden Kalendermonates zu entrichten.

Beispiel:

Auszahlung Kurzarbeitsbeihilfe März am 28. Mai 2020, Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe April am 4. Juni 2020: Stundung der Beiträge März bis zum 15. Juli 2020, Stundung der Beiträge April bis zum 15. August 2020 möglich.

An der gesetzlichen Fälligkeit der Beiträge ändert sich trotz Stundungen und Ratenzahlungen nichts. Auch die sonstigen Meldeverpflichtungen (Anmeldung, Abmeldung, Beitragsfrundlagenmeldung etc.) sind unverändert einzuhalten.

Durchführungsbericht nach Beendigung der Kurzarbeit

Nach Ablauf der Behaltefrist ist spätestens bis zum 28. des Folgemonats der Durchführungsbericht unter Verwendung des eAMS-Konto an das AMS zu übermitteln. Die Vorlage für den Durchführungs-bericht finden Sie im eAMS-Konto unter COVID-19 Kurzarbeitsbeihilfe / Downloadformulare zur Abrechnung. Wurde keine Behaltefrist vereinbart, ist der Durchführungsbericht nach Ende des Förderzeitraums zu übermitteln.

Auch im Falle einer Verlängerung der Kurzarbeit ist für die erste Kurzarbeitsperiode ein Durchführungsbericht unter Angabe der Projektnummer zu melden.

Beispiel:

Kurzarbeit endet am 31. Mai, Behaltemonat ist der Juni, Durchführungsbericht ist bis zum 28. Juli 2020 zu übermitteln.

Der Durchführungsbericht muss in Betrieben mit Betriebsrat vom Betriebsrat und in Betrieben ohne Betriebsrat von der zuständigen Fachgewerkschaft oder von den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitnehmerinnen bzw Arbeitnehmern mitunterfertigt werden.

Wenn wir für Sie einen Antrag auf Stundung der Beiträge einbringen sollen oder Fragen zur Kurzarbeit haben, zögern Sie nicht, uns per Mail oder telefonisch zu kontaktieren – wir sind gerne für Sie da!

Ihr Team der Grazer Treuhand

Corona Fixkostenzuschuss für Unternehmen

Fixkostenzuschuss Anträge ab 20. Mai 2020

Anträge können ab sofort bis 31. August 2021 über FinanzOnline gestellt werden.

Am 13. Mai 2020 wurde die Richtlinie zum Fixkostenzuschuss im Rahmen des Corona-Hilfsfonds vom Bundesministerium für Finanzen veröffentlicht. Die wichtigsten Informationen, die Antragsvoraussetzungen und das Prozedere zur möglichen Beantragung des Zuschusses haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Welche Unternehmen können einen Antrag stellen?

Fixkostenzuschüsse dürfen nur zu Gunsten von Unternehmen gewährt werden, bei denen nachstehende Voraussetzungen gemeinsam erfüllt werden:

  • das Unternehmen hat seinen Sitz oder eine Betriebsstätte in Österreich
  • das Unternehmen übt eine wesentliche operative Tätigkeit in Österreich aus, die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, aus selbständiger Tätigkeit oder gewerblicher Tätigkeit erzielt
  • das Unternehmen darf in den letzten drei veranlagten Jahren nicht vom Abzugsverbot wegen „aggressiver Steuerplanung“ (§ 12 Abs. 1 Z 10 KStG) betroffen gewesen sein und über das Unternehmen darf in den letzten fünf Jahren vor der Antragstellung keine rechtskräftige Finanzstrafe oder entsprechende Verbandsgeldbuße verhängt worden sein
  • das Unternehmen erleidet einen durch die Ausbreitung von COVID-19 verursachten Umsatzausfall
  • das Unternehmen darf sich am 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gemäß Art. 2 Z 18 der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 befunden haben
  • das Unternehmen hat zumutbare Maßnahmen gesetzt, um die durch den Fixkostenzuschuss zu deckenden Fixkosten zu reduzieren (z.B. Kurzarbeit)

Welche Unternehmen sind vom Fixkostenzuschuss ausgenommen?

  • beaufsichtigte Rechtsträger des Finanzsektors, welche im Inland, einem Mitgliedstaat oder einem Drittland registriert oder zugelassen sind (Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Wertpapierfirmen und Wertpapierdienstleistungsunternehmen, Pensionskassen und Non-Profit-Organisationen)
  • im alleinigen Eigentum (mittelbar oder unmittelbar) von Gebietskörperschaften und sonstigen Einrichtungen öffentlichen Rechts stehende Einrichtungen
  • im mehrheitlichen Eigentum (mittelbar oder unmittelbar) von Gebietskörperschaften und sonstigen Einrichtungen öffentlichen Rechts stehende Einrichtungen die einen Eigendeckungsgrad von weniger als 75% haben
  • Unternehmen, die zum 31. Dezember 2019 mehr als 250 Mitarbeiter gemessen in Vollzeitäquivalenten beschäftigt haben und die im Betrachtungszeitraum mehr als 3% der Mitarbeiter gekündigt haben, statt Kurzarbeit in Anspruch zu nehmen.
  • wenn Zahlungen aus dem Non-Profit-Organisationen Unterstützungsfonds bezogen wurden

Welche Fixkosten werden gefördert? 

Fixkosten sind ausschließlich Aufwendungen aus einer operativen inländischen Tätigkeit, die im Zeitraum vom 16. März 2020 bis 15. September 2020 entstehen und unter einen oder mehrere der folgenden Punkte fallen:

  • Geschäftsraummieten und Pacht, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen
  • Betriebliche Versicherungsprämien
  • Zinsaufwendungen, für Kredite und Darlehen, sofern diese nicht an verbundene Unternehmen weitergegeben wurden
  • der Finanzierungskostenanteil der Leasingraten
  • betriebliche Lizenzgebühren
  • Aufwendungen für Strom, Gas und Telekommunikation
  • Wertverlust bei verderblicher oder saisonaler Ware, sofern diese aufgrund der COVID-19-Krise mindestens 50% des Wertes verlieren
  • ein angemessener Unternehmerlohn bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmer); dieser ist auf Basis des letzten veranlagten Vorjahres zu ermitteln. Als Unternehmerlohn dürfen jedenfalls EUR 666,66, höchstens aber EUR 2.666,67 pro Monat angesetzt werden. Vom Unternehmerlohn sind Nebeneinkünfte des Betrachtungszeitraumes abzuziehen
  • Personalaufwendungen, die ausschließlich für die Bearbeitung von krisenbedingten Stornierungen und Umbuchungen anfallen
  • Aufwendungen für sonstige vertragliche betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, die nicht das Personal betreffen

Umsatzausfall als Bedingung

Für die Berechnung des Umsatzausfalls ist auf die für die Einkommen- oder Körperschaftsteuer-veranlagung maßgebenden Waren – und/oder Leistungserlöse abzustellen. Dabei sind die maßgebenden Werte des 2. Quartals 2020 jenen des 2. Quartals 2019 gegenüberzustellen.

Abweichend vom Quartalsvergleich kann auch einer der folgenden Betrachtungszeiträume gewählt werden, wobei sich der Umsatzausfall in diesem Fall aus dem Vergleich zum jeweils entsprechenden Zeitraum des Vorjahres ergibt.

Es gibt sechs Betrachtungszeiträume. Anträge können für maximal drei Betrachtungszeiträume, die zeitlich zusammenhängen müssen gestellt werden:

  • Betrachtungszeitraum 1: 16.3.2020 bis 15.4.2020
  • Betrachtungszeitraum 2: 16.4.2020 bis 15.5.2020
  • Betrachtungszeitraum 3: 16.5.2020 bis 15.6.2020
  • Betrachtungszeitraum 4: 16.6.2020 bis 15.7.2020
  • Betrachtungszeitraum 5: 16.7.2020 bis 15.8.2020
  • Betrachtungszeitraum 6: 16.8.2020 bis 15.9.2020

Für den Vergleich der Daten zum Vorjahr ist es daher notwendig, dass nicht nur die Buchhaltung für den aktuellen Betrachtungszeitraum 2020, sondern vor allem auch die Buchhaltung 2019 vollständig vorliegt. Wenn wir für Sie die Buchhaltung 2019 noch nicht erstellt haben, bitten wir Sie um baldige Übermittlung der Unterlagen.

Staffelung des Fixkostenzuschusses

Der Fixkostenzuschuss ist nach der Höhe des Umsatzausfalls gestaffelt und wird nur dann gewährt, wenn der Fixkostenzuschuss insgesamt mindestens EUR 2.000 beträgt. Durch den Zuschuss werden Fixkosten des Unternehmens in folgender Höhe ersetzt:

  • 25% bei einem Umsatzausfall von 40 bis 60%
  • 50% bei einem Umsatzausfall von über 60 bis 80% und
  • 75% bei einem Umsatzausfall von über 80 bis 100%.

Auszahlung des Fixkostenzuschusses

Die Auszahlung erfolgt in zwei oder drei Tranchen. Mit dem Antrag ab 20. Mai 2020 kann bereits bis zu 50% der Förderung ausgezahlt werden. Der gesamte Zuschuss kann frühestens ab 19. August 2020 beantragt werden, wenn die Fixkosten und der Wertverlust der verderblichen und saisonalen Waren feststehen und das Unternehmen die Saldenliste übermittelt.

Steht der Wertverlust der saisonalen Ware noch nicht fest, können ab 20. Mai 2020 die ersten 50% der Förderung beantragt werden. Weitere 25% können ab 19. August 2020 beantragt werden. Der Rest kann ab 19. November 2020 beantragt werden.

Fixkostenzuschuss für Unternehmensneu- und Umgründungen

Liegen keine Umsatz- oder Gewinndaten der Jahre 2018 und 2019 vor, so kann der Umsatzausfall anhand einer Planungsrechnung bekanntgegeben werden. Im Falle einer Umgründung ist auf den Umsatz der jeweiligen vergleichbaren wirtschaftlichen Einheit abzustellen.

Beantragung ist auch durch den Unternehmer selbst möglich

Die Stellung eines Antrags auf Gewährung eines Fixkostenzuschusses in der ersten Tranche von nicht mehr als EUR 12.000 muss nicht zwingend durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter erfolgen.

Für Fixkostenzuschüsse zwischen EUR 12.000 und 90.000 ist vom Steuerberater / Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter in der ersten Tranche eine Plausibilitätsprüfung vorzunehmen. Die für eine Überprüfung benötigten Unterlagen müssen bei Verlangen ausgehändigt werden.

Bestätigungen und Verpflichtungserklärungen im Antrag

Der Antragseinbringer hat im Antrag insbesondere zu bestätigen, dass:

  • auf die Erhaltung der Arbeitsplätze in seinem Unternehmen besonders Bedacht zu nehmen und sämtliche zumutbaren Maßnahmen zu setzen (zum Beispiel Kurzarbeit)
  • die Entnahmen des Inhabers des Unternehmens bzw. die Gewinnausschüttung an Eigentümer auf die wirtschaftlichen Verhältnisse angepasst werden
  • das Unternehmen zum 31. Dezember 2019 kein Unternehmen in Schwierigkeiten gewesen ist
  • in den im Antrag angeführten Fixkosten keine Ausgaben zur Rückführung bestehender Finanzverbindlichkeiten oder für Investitionen enthalten sind bzw. mittelbar durch den Fixkostenzuschuss finanziert werden
  • er zur Kenntnis nimmt, dass der ihm gewährte Fixkostenzuschuss in der Transparenzdatenbank erfasst wird.

Ist der Antragseinbringer (z.B. Steuerberater, Wirtschaftsprüfer) nicht der Antragssteller (Unternehmen), so bestätigt der Antragsteller dem Antragseinbringer mittels Beauftragung, dass die vorgenannten Punkte der Richtlinie allesamt zutreffen.

Wenn Sie Fragen zum Thema Fixkostenzuschuss haben und/oder Unterstützung bei der Beantragung benötigen, zögern Sie nicht, uns per Mail oder telefonisch zu kontaktieren – wir sind gerne für Sie da!

Aktuelles zur Corona-Kurzarbeit

Kurzarbeit

Änderung des Arbeitsausmaßes unter Beibehaltung der Kurzarbeit

Bei verbesserter Auftragslage kann es zu einer Erhöhung des in der Sozialpartnervereinbarung festgelegten Arbeitszeitvolumens kommen. Dafür ist mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen (bzw. dem Betriebsrat) Einvernehmen herzustellen und 5 Arbeitstage vor der Änderung mit einem formlosen Schreiben den Sozialpartnern mitzuteilen. Weiterhin gilt jedoch, dass der Arbeitszeitausfall im Kurzarbeitszeitraum durchschnittlich nicht unter 10 % und nicht über 90 % der zu leisten Normalarbeitszeitstunden betragen darf.

Abrechnung Corona-Kurzarbeitsbeihilfe bis 28. Mai 2020

Am 28. Mai 2020 endet die erste Frist für die Abrechnung der Kurzarbeitsbeihilfe aufgrund der tatsächlichen Ausfallsstunden für die Monate März und April. Alle weiteren Abrechnungen sind grundsätzlich bis zum 28. des Folgemonats durchzuführen. Die Abrechnung ist dazu verpflichtend über das eAMS-Konto des Dienstgebers zu übermitteln. Das AMS stellt dazu Informationen und ein Abrechnungstool auf der Webseite zur Verfügung.

Verlängerung Corona-Kurzarbeit – mit Antrag noch zuwarten

Bestehen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Ihrem Unternehmen weiterhin, so ist eine Verlängerung der Kurzarbeit um weitere drei Monate möglich. Ein neuer AMS-Antrag ist vier Wochen vor Ende der ersten Kurzarbeitsphase zu stellen. Ebenso ist eine neue Sozialpartnervereinbarung notwendig. Das Unternehmen ist im Zuge der Verlängerung ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es sich ernstlich um den Abbau von drei Wochen des laufenden Urlaubsanspruchs bemüht. Dieser Urlaub kann auch während des Kurzarbeitszeitraumes abgebaut werden.

Die WKO informiert nun, dass aktuell für eine Verlängerung der Kurzarbeit über Ende Mai 2020 hinaus über eine neue Sozialpartnervereinbarung verhandelt wird. Daher wird empfohlen, mit Verlängerungsanträgen für die Kurzarbeit noch zuzuwarten. Die Frist, wonach die Verlängerung vier Wochen vor Ende der ersten Kurzarbeitsphase bekannt gegeben werden muss, wird derzeit ausgesetzt.

Stundung Sozialversicherungsbeiträge bei der ÖGK

Die Beitragsstundungen für die Sozialversicherungsbeiträge für die Monate Februar, März und April enden am 31. Mai 2020. Die Gewährung von Ratenzahlungen für die Zeit nach diesem Zeitpunkt ist grundsätzlich möglich, sie sind aber vor dem 31. Mai 2020 zu vereinbaren. Rechtzeitig soll über WEBEKU und über die Webseite der ÖGK ein standardisiertes Ratenansuchen zur Verfügung gestellt werden.

Wenn Sie Fragen zum Thema Kurzarbeit haben und/oder Unterstützung bei der Erstellung der Abrechnung oder Ratenansuchen benötigen, zögern Sie nicht, uns per Mail oder telefonisch zu kontaktieren – wir sind gerne für Sie da!

Ihr Team der Grazer Treuhand

Mitarbeiterbeteiligungen steuerfrei?

Team, Business, Unternehmen, Mitarbeiterbeteiligung

Eine unentgeltliche oder verbilligte Übertragung von Beteiligungen an Arbeitnehmer ist grundsätzlich ein steuerpflichtiger Sachbezug. Diese Steuerpflicht lässt sich aber vermeiden!

Bei Kapitalgesellschaften gibt es oft Überlegungen, Arbeitnehmern Anteile an der Kapitalgesellschaft unentgeltlich zu übertragen, also zu „schenken“. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die unentgeltliche oder verbilligte Übertragung von Beteiligungen an Arbeitnehmer einen Vorteil aus dem Dienstverhältnis und somit einen Sachbezug darstellt, der einkommensteuerpflichtig ist. Dieser Sachbezug gehört zum sozialversicherungs- und lohnsteuerpflichtigen Entgelt. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht aber eine Steuerbefreiung bis zu einem jährlichen Höchstbetrag von € 3.000.

Arbeitnehmer wird nicht wirtschaftlicher Eigentümer

Werden vom Arbeitgeber GmbH-Anteile an Arbeitnehmer übertragen, kommt es im Zeitpunkt der Übergabe zum „Zufluss“ beim Arbeitnehmer. Eine Übertragung einer Beteiligung (und damit ein Zufluss) liegt aber nur dann vor, wenn die Beteiligung ein Wirtschaftsgut ist und der Arbeitnehmer wirtschaftlicher Eigentümer wird. Keine Übertragung einer Beteiligung – und damit auch kein Zufluss – liegt daher vor, wenn

  • der Arbeitnehmer über die Beteiligung nicht frei verfügen kann
  • oder ein Verkauf oder die Weitergabe an Dritte durch Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber auf Dauer eingeschränkt wird
  • oder dem Arbeitnehmer wirtschaftlich gesehen nur ein Verfügen über die Erträge aus der Beteiligung für eine bestimmte Zeit (z.B. während der Dauer des Dienstverhältnisses) eingeräumt wird.

Rückkaufsrecht des Arbeitgebers

Der Arbeitnehmer wird daher nicht wirtschaftlicher Eigentümer der Beteiligung, wenn etwa dem Arbeitgeber ein Rückkaufsrecht zu einem von vorneherein vereinbartem Preis eingeräumt wird. Ein Vorkaufsrecht des Arbeitgebers zum Marktpreis oder eine bestimmte Sperrfrist (bis zu fünf Jahren) hinsichtlich einer Verwertung der Beteiligung sprechen für sich allein nicht gegen ein wirtschaftliches Eigentum des Arbeitnehmers. Auch eine vom Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer verfügte Behaltefrist führt zu keiner anderen Beurteilung. Die Bewertung des geldwerten Vorteiles hat mit dem üblichen Endpreis des Abgabeortes zu erfolgen. Die Anwendung des Wiener Verfahrens stellt im Regelfall eine geeignete Ermittlungsform dar.

Besteuerung der laufenden Erträge

Hinsichtlich der Besteuerung der laufenden Erträge aus der Beteiligung (z.B. Dividenden) wird aufgrund der Stellung des Arbeitnehmers unterschieden: Ist der Arbeitnehmer Eigentümer der Beteiligung, sind die daraus resultierenden Erträge nach den allgemein geltenden steuerlichen Vorschriften zu behandeln (z.B. Dividenden aus GmbH-Anteilen als endbesteuerte Einkünfte aus Kapitalvermögen mit 27,5% KESt). Ist der Arbeitnehmer wirtschaftlich betrachtet nicht Eigentümer der Beteiligung, weil er sie z.B. zu einem bestimmten Preis bei Beendigung des Dienstverhältnisses wieder an den Arbeitgeber übertragen muss, sind die Erträge aus der Beteiligung als Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit zu erfassen.

Meldepflicht von Honoraren bis längstens 29.2.2020

Meldepflicht bis Ende Februar für Honorare / Vergütung an Selbstständige

Unternehmer haben im Zusammenhang mit Vergütungen an bestimmte Gruppen von Selbständigen (z.B. Aufsichtsratsmitglieder, Versicherungsvertreter, Vortragende) und für bestimmte Zahlungen ins Ausland Meldepflichten an das Finanzamt zu beachten.

Die dafür notwendigen Finanzamtsmeldungen für das Jahr 2019 sind bis spätestens Ende Februar 2020 vorzunehmen.

Meldung über ausbezahlte Honorare an bestimmte Gruppen von Selbständigen

Leisten Unternehmer Vergütungen an bestimmte Gruppen von Selbständigen, wie etwa Aufsichts- und Verwaltungsräte, Stiftungsvorstände, Versicherungsvertreter, Vortragende oder freie Dienstnehmer, so haben die Unternehmer unter Angabe der gesetzlich erforderlichen Daten eine Meldung an das Umsatzsteuerfinanzamt des meldepflichtigen Unternehmers vorzunehmen. Neben dem Namen und der Anschrift sind insbesondere auch die Art der erbrachten Leistung, das Kalenderjahr, in dem das Entgelt geleistet wurde, sowie die Höhe des Entgelts inkl. Umsatzsteuer dem Finanzamt mitzuteilen.

Werden die Leistungen im Rahmen eines steuerlichen Dienstverhältnisses erbracht, besteht keine Meldepflicht

Eine Meldung kann zudem unterbleiben, wenn

  • das im Kalenderjahr insgesamt geleistete Entgelt einschließlich allfälliger Reisekostenersätze nicht mehr als € 900,00 und
  • das Entgelt einschließlich etwaiger Reisekostenersätze für jede einzelne Leistung nicht mehr als € 450,00 beträgt.

Besteht keine Ausnahme von der Meldepflicht, so hat die Meldung für das Jahr 2019 in schriftlicher Form mittels amtlichen Vordruck (Formular E 109a) bis spätestens Ende Jänner 2020 oder in elektronischer Form bis Ende Februar 2020 zu erfolgen.

Meldung von Auslandszahlungen

Unternehmer, die für bestimmte Leistungen Zahlungen ins Ausland tätigen, haben diverse Informationen an das Umsatzsteuerfinanzamt des meldepflichtigen Unternehmers zu übermitteln.

Die Mitteilungspflicht betrifft Zahlungen ins Ausland für folgende Leistungen:

  • Leistungen für Einkünfte aus selbstständigen Tätigkeiten (z.B. Einkünfte eines Rechtsanwalts, Unternehmensberaters, über 25%igen Gesellschafter-Geschäftsführers), wenn sie un Inland erbracht werden,
  • für Vermittlungsleistungen, die von einem unbeschränkt Steuerpflichtigen erbracht werden oder sich auf das Inland beziehen, oder
  • für kaufmännische oder technische Beratung im Inland.

Entscheidend ist, dass die Zahlung ins Ausland getätigt wird, sodass insbesondere Überweisungen auf ausländische Bankkonten von der Meldepflicht betroffen sind.

In bestimmten Fällen kann eine Meldung jedoch unterbleiben.

Eine Meldung ist etwa dann nicht erforderlich, wenn in einem Kalenderjahr die Zahlungen an ein- und denselben Leistungserbringer ins Ausland den Betrag von € 100.000 nicht überschreiten.

Die Meldefrist für Auslandszahlungen des Jahres 2019 endet bei elektronischer Mitteilung Ende Februar 2020.

Registrierkassa – Jahresbeleg erstellen und bis spätestens 15. Februar 2020 prüfen

Kassenbeleg: Beleg einer Registrierkasse

Bei der Verwendung von Registrierkassen sind verpflichtende Sicherheitsmaßnahmen zu beachten, die den Schutz vor Manipulation der in der Registrierkasse gespeicherten Daten sicherstellen sollen.

Die Erstellung von Start-, Monats- und Jahresbelegen unterstützen die vollständige Erfassung der Umsätze in der Registrierkasse.

Jahresbelege müssen zum Abschluss eines jeden Jahres (unabhängig vom gewählten Wirtschaftsjahr) erstellt, überprüft und für 7 Jahre (gesetzliche Aufbewahrungsfrist) aufbewahrt werden.

Für das Jahr 2019 ist demnach bis spätestens 15. Februar 2020 für jede Registrierkasse separat ein Jahresbeleg zu erstellen und zu überprüfen.

Der Monatsbeleg für Dezember ist zugleich der Jahresbeleg und kann wie jeder andere Nullbeleg durch Eingabe des Wertes 0 erstellt werden. Eine Überprüfung kann manuell mithilfe der „BMF Belegcheck App“ https://www.bmf.gv.at/services/apps.html vorgenommen werden.

Sofern die Registrierkasse über die entsprechende technische Ausstattung verfügt, kann der Jahresbeleg elektronisch erstellt und über den Registrierkassen-Webservice zur Prüfung an FinanzOnline übermittelt werden. In diesem Fall sind Ausdruck und Aufbewahrung des Belegs nicht notwendig.

In Ausnahmefällen – kein Internetzugang und kein Smartphone verfügbar – ist auch eine manuelle Übermittlung des Jahresbelegs (Formular RK 1) möglich. Das Versäumen der Frist (15. Februar 2020) kann eine Finanzordnungswidrigkeit darstellen.

Innergemeinschaftliche Lieferungen – verschärfte Nachweispflicht

Paket Lieferung Europa EU

Ab dem 1.1.2020 sind für die Steuerfreiheit einer innergemeinschaftlichen Lieferung verpflichtend neue Vorschriften einzuhalten, andernfalls droht Umsatzsteuerpflicht!

Ab dem 1.1.2020 ist es für die Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen notwendig, dass der Steuerpflichtige, für den die Lieferung erfolgt (Käufer), eine gültige UID-Nummer besitzt und diese dem Lieferer mitgeteilt hat.

Achtung!

Bedenken Sie bitte bei der Erstellung Ihrer Buchhaltung bzw. bei der Übermittlung der Unterlagen an Ihren/Ihre SteuerberaterIn, dass der Fälligkeitstermin der ZM nunmehr vor der Fälligkeit der UVA liegt. Die Aufarbeitung der Buchhaltungsunterlagen muss also vor dem Monatsletzten des Folgemonats erfolgen – und nicht, wie für die UVA notwendig, bis zum 15. des zweitfolgenden Monats!

Um die Steuerbefreiung für innergemeinschaftliche Lieferungen in Anspruch nehmen zu können, muss der Lieferer darüber hinaus dokumentieren, dass die Ware tatsächlich ins übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist (Belegnachweis). Ab dem 1.1.2020 kann vermutet werden, dass die Ware in den Bestimmungsmitgliedstaat transportiert wurde, wenn der Verkäufer (als Auftraggeber des Transportes) im Besitz von mindestens zwei einander nicht widersprechenden und von unabhängigen Dritten erstellten Nachweisen ist. Als Nachweis gelten etwa Versicherungspolizzen für den Warentransport, Bankunterlagen, die die Bezahlung des Transportes belegen, Transport- oder Versandunterlagen (CMR-Frachtbrief). Veranlasst hingegen der Käufer den Transport, so ist zusätzlich eine schriftliche Erklärung des Erwerbers, dass dieser den Transport veranlasst hat, notwendig.

Fazit

Ab 1.1.2020 sind die Aufzeichnungen der gültigen UID-Nummer sowie die korrekte Abgabe einer ZM ausdrückliche Voraussetzungen für die Steuerfreiheit von innergemeinschaftlichen Lieferungen. Wir empfehlen Ihnen die unternehmensinterne Prozesse entsprechend anzupassen und insbesondere die Kontrolle der UID Ihrer Geschäftspartner sowie die Ablage der für den Belegnachweis notwendigen Dokumente sorgfältig durchzuführen. Bitte denken Sie auch unbedingt an die zeitgerechte Erledigung der ZM – und die damit verbundene frühere Erledigung der Buchhaltung!